Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
14. November 2018, 03:52:22
Neuigkeiten: Besucht auch unser Trabi-Forum bei Facebook: https://www.facebook.com/groups/342317659145334

Trabiforum  |  Diskussionen  |  Trabant Technik  |  Thema: Mischungsverhältnis 1:100 beim Trabant 601 0 Mitglieder und 3 Gäste betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] 2 3 ... 5 Drucken
Autor Thema: Mischungsverhältnis 1:100 beim Trabant 601  (Gelesen 100802 mal)
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« am: 14. Juni 2009, 13:18:56 »

Da Öl-Mischungsdiskussionen in anderen Foren immer aus dem Ruder laufen, versuche ich hier eine technisch moderierte und damit sachliche Diskussion zu starten.
Gleich vorab: Sprüche wie permanent in anderen Foren zu lesen „Mit dem Öl nich spaaaaaaaahhhsaaaahhhm sein“, „immer nei mit dem juten Öl, naus kommt´s immer... *qualm*“  oder „Ich fahr 1:33 mit nem Extra-Schwapp weil ich dass schon immer so mache…“ wird es hier NICHT geben! Bitte nur sachliche Beiträge, die SINNVOLL sind. Reine Kommentare, wie man selbst mischt, bitte bei den Erfahrungsberichten posten.

In anderen Foren, von Bekannten und Verwanden, vom jahrzehntelangem Trabant Werkstattmeister oder auch von alten Werksmitarbeiten bekommt man immer wieder empfohlen, möglichst viel Motorenöl ins Benzin zu schütten. Die Tipps reichen von 1:25 mit „Extra-Schwapp“ bis 1:33. Diese Empfehlungen sind allenfalls gut gemeint. Mit dem Stand der Technik und dem was gut für deinen Trabantmotor ist, hat das nichts gemeinsam.
Seit 1974 mit der Einführung der nadelgelagerten Kolbenbolzen betrug die Werksangabe 1:50. Ein Teil Öl sind mit 50 Teilen Benzin zu mischen. Was hat sich nun seit dem verändert, dass wir weniger Öl beimischen können und sollen? Um das herauszufinden, ist es sinnvoll, die Entwicklungsgeschichte des Trabantmotors anzuschauen. Dazu möchte Ich Peter Kirchberg aus seinem Buch "Plaste, Blech und Planwirtschaft" zitieren. Dabei können wir gleichzeitig viel über den Einfluss des Öls im Trabantmotor erfahren. An dieser Stelle möchte ich das Buch "Plaste, Blech und Planwirtschaft" allen IFA-Fans und/oder DDR-Interessierten wärmsten ans Herz legen.

Zitat Peter Kirchberg aus seinem Buch "Plaste, Blech und Planwirtschaft":
--------------------------------------------------------------------------------------------

… Als die ersten zehn Funktionsmuster-Motoren aufgelegt wurden, traten Forschungs- und Entwicklungswerk (FEW) und das Motorenwerk, die benachbart waren, in Entwicklungskontakt.
Einen „Schönheitsfehler“ des Motors war der deutlich über den Durchmesser der Hubscheiben hinausragende Drehschieber. Auch wenn durch einen lösbaren Flachdrehschieber Abhilfe geschaffen wurde, so bleibt das nicht mehr vermeidbare Einarbeiten des relativ dünnen Drehschieberblechs in die Mitnahmestifte und sorgte für jenes typische Geräusch, das beim Abstellen des Motors und bei der auspendelten Bewegung der beiden Kolben in eine Mittelstellung entstand. Trotz verschiedener Bemühungen, diese Geräuschbildung zu beseitigen, waren die Erfolge nicht überzeugend. Ebenfalls von Anfang an litt der Motor unter thermischen Schwierigkeiten im Kolben-Zylinder-Komplex. Die Kolbenringe brannten fest und Kolbenklemmer waren die Folge. Die Vergrößerung des Einbauspiels führte wiederum zu „Mohrenköpfen“ und entsprechenden Kolbengeräuschen. Anfänglich waren zwar Aluminium-Zylinder mit Hartverchromung oder Zylinder mit Alu-Umguss vorgesehen, doch war die Zulieferindustrie nicht in der Lage, erprobte und funktionstüchtige Technologien dafür zu entwickeln. Demzufolge blieb vorerst nur der Graugusszylinder.
Das erste, quasi handgestrickte Muster des Kleinwagens P 50 war schon im Juni 1954 auf die Räder gestellt worden. Zwickau hatte inzwischen den P 70 vorgezogen, was im Sinne der Entwicklung durchaus begrüßenswerte Entscheidung war. Das Motorenwerk Karl-Marx-Stadt wurde von der überraschenden Auftragsübergabe für den Trabantmotor relativ unvorbereitet getroffen. Ein später verfasster Bericht des damaligen Chefkonstrukteurs im Motorenwerk, Kurt Weber, an die Brigade des ZK der SED (April 1959) zählt rückschauend die Probleme auf. „Dem Motorenwerk wurden zur Fortführung der Versuche eine Wasserwirbelbremse, ein Ingenieur und drei Monteure übergeben. Durch die beschränkten räumlichen Verhältnisse musste die Abteilung in einer Wagenwasch-Box untergebracht werden, in der sie bei primitivsten Arbeitsverhältnissen ohne die erforderlichen Versuchseinrichtungen bis zur Erstellung des neuen Versuchsgebäudes Anfang Mai 1957 arbeiten musste. Für die Fahrzeuge P 2 M und und P 2 S hatte das Motorenwerk gleichzeitig erhebliche Leistungen zu erbringen, damit im benachbarten Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt im gleichen Jahr die Produktion auf Anordnung des Ministers beginnen konnte. Durch diese plötzliche Produktionsaufnahme eines noch nicht serienreifen Wagens konnte die Entwicklung des Triebwerkes P 50 nicht mit der erforderlichen Dringlichkeit bearbeitet werden.
Dazu kam, dass die Entwicklung des Motors durch das Festbrennen der obern Kolbenringe stark gehemmt wurde. Es sollten zur Beseitigung Versuche mit Alfer-Zylindern durchgeführt werden. Trotz intensiver Mitarbeit des Zentralinstitutes für Gießereiwesen war es nicht möglich, derartige Zylinder mit einer brauchbaren Bindung herzustellen. Da auch keine Aussicht auf Erfolg dieses Gießverfahrens bestand, wurden Mitte 1956 die Versuche damit abgebrochen. Dadurch ist über ein Jahr Entwicklungszeit erfolglos verstrichen.“
Zur selben Zeit wurden vom VEB Automobilwerke Zwickau Versuche mit einem Vergleichsfahrzeug vom Typ Lloyd LP 400 S gefahren. Für die Gemischschmierung wurde Shell-Öl verwendet. Eine Sichtkontrolle nach 5 000 km ergab ein einwandfreies Kolbenbild. Danach wurden die gleichen Versuche mit diesem Öl am Trabantmotor durchgeführt. Das Ergebnis war erstaunlich. Die „Mohrenköpfe“ waren besiegt, die Kolben zeigten ein völlig normales Bild. Als man diese Versuche beim Lloyd LP 400 mit Öl aus der DDR wiederholte, ergab nach wiederum 5 000 km die Kontrolle, dass sich die Koben in „Mohrenköpfe“ verwandelt hatten. Damit war der Nachweis für eine Ursache der Schwierigkeiten mit diesem Motor erbracht. Dieser Vergleichsversuch war Anlass, mit Nachdruck von den DDR-Ölherstellern eine weitaus bessere Qualität zu fordern.
Die Schmierung des Zweitaktmotors erfolgte durch Zusatz von Öl zum Kraftstoff zunächst 1:20 (1 L Öl auf 20 L Kraftstoff). Um die erhebliche Abgasfahne zu mindern, musste der Ölanteil verringert werden. Dazu wurde vom Hydrierwerk Zeitz ein Zweitakt-Motorenöl unter Verwendung eines aus Matzen in Österreich bezogenen Grundöls entwickelt. Damit ließen sich Mischungsschmierungen von 1:25 und 1:33 erreichen. Im Zuge der Importablösungen musste Zeitz Ende der fünfziger Jahre den Zusatz auf aus der Sowjetunion angeliefertes Öl umstellen. Bereits auf dem Prüfstand ließen sich dabei erhebliche Schwierigkeiten erkennen. Kolbenringe brannten fest und der Auslasskanal wurde mit Ölkohle zugesetzt. Glühzündungen und starke Belagbildungen sogar im Spülkanal waren die Folge. Augenzeugen berichten, dass nach Verwendung des aus der Sowjetunion importierten Mareschkino-Öls die Kurbelwellen aussahen wie schwarz lackiert. Das Grundöl wurde immer schlechter und sackte in der Qualität immer weiter ab: von Matzen über sowjetisches Erdöl bis zum Braunkohlenschwefelteer, aus dem zuletzt das Zweitaktöl herausgefiltert wurde. Die größte Bedeutung hatten die Additive, von denen die wirksamsten aus dem Westen importiert werden mussten. Die Bereitschaft, dafür Valuta-Mark auszugeben, war von Regierungsseite sehr gering, da dieses Öl ja nur „verfeuert“ wurde, ohne dass daraus noch Gegenwerte hätte gewonnen werden können. Deswegen gelangte auch die letzte Entwicklung, das Öl MZ 33, nicht zur Serienreife, denn Import-Additive standen hierfür nicht mehr zur Verfügung. Immerhin waren damit aber Mischungsverhältnisse von 1:66 auf Rundstreckentest klaglos bewältigt worden. Dieser Wert galt übrigens intern als zulässiger Grenzwert, ohne dass er zur Serie freigegeben war.
Dem Grundöl wurde bereits beim Hersteller, im Hydrierwerk Zeitz, die sogenannte Vormischkomponente von etwa 15 Volumenprozent beigegeben, um die Selbstmischungsfähigkeit mit dem Kraftstoff zu sichern. Diese Komponente bestand aus minderwertigen Kohlenwasserstoffen, die in erster Linie für das Klingelverhalten und den stechenden Geruch der damit betriebenen Motoren verantwortlich waren. Gegen alle Einsprüche der Enwicklungsingenieure im Fahrzeugbau, denen die wahre Zusammensetzung des Öls immer verborgen blieb, waren die Hydrierwerke nicht bereit, auf diese Vormischkomponente und damit auf die so günstige Möglichkeit gewinnbringender Verwertung von Abfallprodukten zu verzichten.

------------
Zitatende


Peter Kirchberg beschrieb die durch Öl zerstörten Trabantkolben als „Mohrenköpfe“. Damit sind abgefressene Kolbenränder gemeint. Erfahrene Trabantschrauber haben dieses Phänomen oft genug gesehen, auch heute noch. Wir haben aus dem Auszug diese Buches erfahren, welchen negativen Einfluss das Öl auf den Motor hat und ebenfalls, dass dieser Einfluss sehr stark auf die Ölqualität und Menge zurückzuführen ist. Weiterhin stinkt das Öl, belastet die Umwelt und kostet Geld. Daraus sollte eindeutig und zweifelsfrei zu Schlussfolgern sein, das wir so viel Öl mischen, wie zum schmieren benötigt wird und keinen Tropfen mehr.
Wie viel Öl wird nun heutzutage für eine ausreichende und sichere Schmierung benötigt?
Ab 1974 lautete die Werksvorgabe 1:50. Das DDR-Öl hatte eine miese Qualität, wie wir erfahren haben. In dieser Werksvorgabe waren weiterhin noch schlechtere Qualitäten aus dem Osteuropäischen Ausland (Rumänien, Polen, UDSSR etc.) kalkuliert. Mit dem Fall der Mauer 1989 stand nun schlagartig eine deutlich verbesserte Ölqualität zur Verfügung, welches es uns ermöglicht, weniger Öl zu mischen. Seitdem sind nun 20 Jahre vergangen und man kann davon ausgehen, dass die Qualität sich weiter verbessert hat. Ich weiß, dass es unter euch einige Ölexperten gibt, denen Laborberichte vorliegen. Ergebnisse bitte gern hier veröffentlichen. Nachdem ich nun seit Jahren die Ölmenge mit billigem deutschen Mineralöl Schrittweise bis 1:100 (OHNE extra Schwapp ;) ) reduziert habe, kann ich durchweg nur von positiven Erfahrungen berichten. Den Denk-Anstoß zu meiner Vorgehensweise bekam ich vor einigen Jahren durch dass genannte Buch. Der AHA-Effekt lies nicht lange auf sich warten.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist mir eine Flasche Zweitaktöl in die Hände gefallen, auf der bereits ein Mischungsverhältnis von 1:100 angegeben war. Es war vollsynthetisches Öl. Additive im Öl verbessern die Eigenschaften des Öls weiter und ermöglichen eine weitere Reduzierung des Mischungsverhältnisses. Zusätzlich zu der bereits beschriebenen deutlichen Qualitätsverbesserung des Mineralöls wird bei Verwendung eines vollsynthetischen Öls nur die halbe Menge gegenüber mineralischem Öl und somit der Werksvorgabe benötigt. Das bedeutet, dass man mit 1:100 bei Verwendung vollsythetischen Öls ausreichend Reserven hinsichtlich der Schmierung hat. Probiert es aus! Euer Motor wird sich freuen und mit einer teils deutlich verlängerten Haltbarkeit bedanken. Klingelneigung und Abgasfahne wird sich deutlich reduzieren. Motor- bzw. Leistungsklingeln kenne ich persönlich generell nicht mehr. Mit voll- oder teilsynthetischem Öl kann man sicher 1:100 Mischen. Wer billiges Mineralöl mischt, der macht einen „extra Schwapp“ dazu und ist mit 1:70 dicke auf der sicheren Seite. Es macht in jeder Hinsicht KEINEN Sinn, mehr Öl beizumischen, als bereits vor 35 Jahren ab Werk angegeben wurde.
« Letzte Änderung: 25. November 2009, 16:43:43 von Little » Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #1 am: 14. Juni 2009, 20:01:08 »

Bitte begründet eure Meinungen und Vorgehensweisen. Hier sind Fakten, Hintergründe, Quellennachweise usw. gefragt. Das wird hier keine Sammlung der Mischungsverhältnisse aller Trabantfahrer. Diese bitte bei den Erfahrungsberichten posten.
Beiträge wie: "Ich mische 1:40. Ich hab mal mit einem Tankwart darüber gesprochen." werden hier an dieser Stelle wieder gelöscht.
Und wer eine nett formulierte Aufforderung zum Nachbessern seines Beitrags so persönlich nimmt, dass er seine Anmeldung gleich wieder löscht, der ist hier auch fehl am Platze @ Martin601.

Es soll eine anspruchsvolle Diskussion werden und die Ansprüche an Beiträge habe ich ganz oben als erstes versucht klar auszudrücken. Den hier geposteten unsachlichen Beitrag von "TrabsCabri" habe ich zu Recht wieder entfernt und mir auch die Mühe gemacht, ihm das zu begründen und Tipps für einen neuen ordentlichen Beitrag zu geben. Das er dann im Pappenforum (dort als MODERATOR) behauptet, hier würden andere Meinungen gelöscht, ist Verläumdung und schlicht falsch.
Genau deswegen soll sich dieses Forum von andern unterscheiden. Das war eine kurze Richtigstellung meinerseits.
« Letzte Änderung: 25. November 2009, 16:42:54 von Little » Gespeichert
Trabichris
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 10

« Antwort #2 am: 14. Juni 2009, 20:34:36 »

Moin
Ich fahre auch noch 1:50 (hatte bischen angst bei weniger öl) habe schon öfters gesehen das man das nich mehr brauch! Ist aber echt mal gut das es mal nen richtigen Beitrag jetz dazu gibt! Meine frag ist jetz habe einen neuen Motor ca 4000km gehfahren jetzt nur 1:50
Fahre das blaue liqui moly 2 takt  motor öl!
Kann ich jetz einfach 1:100 fahren oder langsam immer weniger öl machen oder geht mir dann der motor kaputt?
Lg Chris
Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #3 am: 14. Juni 2009, 20:45:33 »

Ich würde direkt 1:100 mischen. Taste dich mit jeder Tankfüllung weiter ran, wenn du dich damit besser fühlst . "blaue liqui moly" kenn ich allerdings nicht. Mineralisch, teil- oder vollsynthetisch?
Gespeichert
Trabichris
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 10

« Antwort #4 am: 14. Juni 2009, 20:51:07 »

ist mineralisch glaub ich muss ich mal gucken! Und wenn mir dann der motor um die ohren fliegt? oder is das außgeschlossen? mein arbeitskollege fährt 1:100 mit wirklich billigem öl und der hält!
Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #5 am: 14. Juni 2009, 20:58:18 »

Es kann immer passieren, dass einem der Motor um die Ohren fliegt, auch bei neuen. Mir gings so als höchstwarscheinlich an der Gemischsäule das Öl fehlte. 1:100 ist aber ausreichend Öl. Wenns mineralisches ist, dann misch 1:80. Deswegen geht der Motor nicht kaputt. Im übrigen fährt der Trabantmotor ca. 50 Kilometer, wenn das Öl im Benzin fehlt, was leider bei Gemischsäulen ab und zu vorgekommen ist..
Gespeichert
Trabichris
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 10

« Antwort #6 am: 14. Juni 2009, 22:27:12 »

http://www.liqui-moly.de/liquimoly/produktdb.nsf/id/d_1052.html
Das is das Öl was ich fahre!
Lg
Gespeichert
ibart601
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 26

« Antwort #7 am: 14. Juni 2009, 22:57:02 »

http://www.liqui-moly.de/liquimoly/produktdb.nsf/id/d_1052.html
Das is das Öl was ich fahre!
Lg


Dieses Öl fahr ich auch schon seit 7 Jahren, aber immer noch in 1:33, weil ich nen Motor drin hab der noch keine nadelgelagerte Kurbelwelle hat und der bei 1:50 von der Tankstelle gleich nach dem Kauf angefangen hat zu Kreischen!!!!! Mein Vater ist alterfahrerener Trabant-Schlosser, der hat das Am Klang des Motor´s gehört, das der gleitgelagerte Kurbelwelle und er hat mir dringendst von 1:50 Tankstellenmischung abgeraten!!

Mod Anm.: Gemeint sind gleitgelagerte Pleul oder Kolbenbolzen. Diese Motoren waren ab Werk mit 1:33 angegeben.
« Letzte Änderung: 11. August 2009, 10:42:45 von Little » Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #8 am: 15. Juni 2009, 07:48:48 »

@ ibart601
Wieviel Öl und welches war denn in der besagten Tankfüllung drin? Wenn 1:50 drauf steht, bedeutet das leider nicht automatisch, dass auch 1:50 drin ist. Warscheinlich wirst du beides nicht mehr nachprüfen können. Beachtlich und bedenklich ist es aber wie oft jahrzehntelang ungeprüfte und eventuell falsche Tatsachen angenommen werden. Da gibt es viele berühmte Fälle wie z.B. der Spinnat, der jahrzehntelang viel Eisen enthalten sollte, weil sich ein Mensch mal in einer Kommastelle irrte.


Zitat aus dem liqui-moly Link:
----
Einsatzzweck
Für Getrennt- und Gemisch-Schmierung in Motorrädern, Mopeds, Rasenmähern, Motorsägen und Notstrom-Aggregaten. Mischungsverhältnis bis 1:50.
----

Dazu sollte man folgendes wissen: Um so höher ein Motor dreht, desto mehr Öl wird für einen stabilen Schmierfilm benötigt. Da es in meinem ersten Beitrag nur um den Trabant-Motor ging, habe ich das nicht näher beleuchtet. Die von liqui-moly aufgeführten Motoren für Motorräder, Mopeds, Rasenmäher und Motorsägen drehen bis zu 18 000 U/min! Der Trabantmotor dreht nur bis max. 5 000 U/min und benötigt deshalb wesentlich weniger Öl als ein hochdrehender Motor. Mein Sohn hat ein Kart ca. 16 000 U/min mit Werksangabe 1:25. Dieses fährt er mit vollsynthetischen Öl 1:50. Die Mischungsangabe bei liqui-moly ist ein rein pauschaler Wert eben gerade auch für hochdrehende Motoren.
« Letzte Änderung: 15. Juni 2009, 08:07:13 von Little » Gespeichert
Trabichris
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 10

« Antwort #9 am: 15. Juni 2009, 09:30:10 »

Also könnte ich mit diesem Öl auch 1:100 fahren? Wenn ja werde ich das beim nächsten Tanken ausprobieren! Mfg Chris
Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #10 am: 15. Juni 2009, 13:12:12 »

Ich sag ja. Fang mit 1:80 an, dann bist du in jeder Hinsicht sicher. Auf vollsynthetisches umzusteigen kann aber auch nicht schaden. Am besten mal ein Preisvergleich machen.
Gespeichert
Trabichris
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 10

« Antwort #11 am: 15. Juni 2009, 22:34:15 »

Okay ich machs mal aber danke schonmal! :-)
Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #12 am: 29. Juli 2009, 21:19:15 »

Peter Kirchberg schreibt weiterhin in seinem Buch:
„Die Nadellagerung des Kolbenbolzens war vor allem eine unabdingbare Vorraussetzung für den damals geplanten Einsatz einer Schmieröldosierung mit ihren extrem niedrigen Mischungsverhältnissen von bis zu 1:100 und darüber hinaus. Die in der Entwicklung befindliche Schmieröldosierung hatte Anfang 1965 noch einige Schwierigkeiten bereitet, das Schmiermittel gleichmäßig auf die einzelnen Zylinder zu verteilen. Die Lösung des Problems war absehbar. Allerdings führten in dieser Phase Berechnungen zu der Erkenntnis, dass die reale Öleinsparung bezogen auf die Basisdaten des Mischungsverhältnisses von 1:33, rund 1,3 Liter auf 1000 km betragen würde. Zur Amortisation der Mehrkosten für diese aufwendigere Dosierungsausstattung war jedoch eine Fahrleistung von 125 000 km erforderlich. … Dies war für die VVB Automobilbau Grund genug, die Arbeiten an der Schmieröldosierung Ende 1966 einstellen zu lassen.“


Wir sehen an diesem Auszug, dass das Mischungsverhältnis von 1:100 bereits 1965 geplant war und erprobt wurde. Damals noch an eine Getrenntschmierung gebunden. Vermutlich deshalb, weil das selbst mischen, wie es heutzutage zwangsweise nötig ist, damals keine Alternative darstellte und die Gemischsäulen vermutlich zu hohe Toleranzen im Mischungsverhältnis hatten und/oder auch alle umgerüstet hätten werden müssen sowie dann die Gefahr des Falschtankens betanden hätte (1:100 auf einen alten gleitgelagerten Motor). Weiterhin würde die Getrenntschmierung auch im Motorschiebebetrieb Öl zugeben und der Fahrzeugführer hätte die Kontrolle über die Ölqualität gehabt.
Durch das heutzutage übliche „selber mischen“ sind also bis auf die Ölzugabe im Schiebebetrieb die Vorraussetzungen für das 1965 geplante Mischungsverhältnis von 1:100 gegeben. Die geringere Schmierung im Schiebebetrieb wird meiner Meinung nach durch die heutzutage und 44 Jahre später erheblich verbesserte Ölqualität kompensiert. Zudem ist der Schiebeanteil des Motors im Fahrbetrieb von Haus aus sehr gering wegen des unangenehmen Schieberuckelns und der sowieso fehlenden Bremswirkung des Motors.
« Letzte Änderung: 23. Juni 2016, 08:38:28 von Little » Gespeichert
ibart601
Neuling
*
Offline Offline

Beiträge: 26

« Antwort #13 am: 26. August 2009, 09:27:05 »

Aber mit dem guten alten MZ22 Zweitaktöl muß ich in 1:33 fahren? In Verbindung mit Super+ läuft der richtig gut damit. :smiley1678
« Letzte Änderung: 26. August 2009, 10:45:05 von ibart601 » Gespeichert
Little
BIG BOSS
Administrator
Rennfahrer
*****
Offline Offline

Beiträge: 665


« Antwort #14 am: 26. August 2009, 16:59:37 »

Super+ hat einen größeren Oktanwert und möglicherweise noch ein paar Additive und gleicht so Nachteile des Öls, nämlich die höhere Selbstzündung etwas aus. Wenn dein Motor ab Werk mit 1:50 angegeben ist, dann solltest du auch 1:50 mit dem alten MZ22 mischen und nicht mehr (eher weniger).
Gespeichert
Seiten: [1] 2 3 ... 5 Drucken 
Trabiforum  |  Diskussionen  |  Trabant Technik  |  Thema: Mischungsverhältnis 1:100 beim Trabant 601 « vorheriges nächstes »
 


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge